Rettet den Naturpark Spessart !

06.09.2011:

Bei dem zweiten Bahngipfel in Wiesbaden, zu dem Landesregierung und Bahnvorstand in der Staatskanzlei zusammengekommen waren, fordert Ministerpräsident Bouffier (CDU) Bahnvorstand und Bund auf, endlich das Nadelöhr zwischen Frankfurt und Fulda zu beseitigen und die Strecke neu zu bauen. Verkehrsminister Dieter Posch erinnert daran, dass der Bund den Bedarf bereits in den 1980er Jahren erkannt habe, geschehen sei bis heute nichts. Um die Zeit zu nutzen, bis die Finanzierung geklärt sei, werde Hessen bei der Planung vorarbeiten, kündigte Bouffier an. Bis 2015 wird laut Bahnchef Grube eine Summe von 2,8 Milliarden Euro in Hessens Bahninfrastruktur investiert. [Gelnhäuser Tagblatt]

03.06.2011: Noch dieses Jahr könnte die Finanzierungsvereinbarung für die Umfahrung des Schwarzkopftunnels abgeschlossen werden, teilt Bundestagsabgeordneter Norbert Geis (CSU) mit. Laut Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums sei der Bahntunnel zwischen Laufach und Heigenbrücken als vordringliche Maßnahme in das Kernportfolio aufgenommen worden. [Main Echo]

26.05.2011:
Im Café "Schafhof" in Jossgrund – Burgjoß findet die Mitgliederversammlung der IPS für 2011 statt. Unter der Leitung von Bürgermeister Carsten Ullrich (Sinntal) erfolgen die Neuwahlen des Vorstandes. Vorsitzender Rainer Schreiber wird in seinem Amt bestätigt. Nachfolgerin des verstorbenen zweiten Vorsitzenden Richard Stenglein wird Lioba Zieres. Derzeit sind 435 Mitglieder bei der IPS eingeschrieben .Christian Behrendt vom Fahrgastverband Pro Bahn informiert, dass bisher die Planungen für Bahntrassen so ausgelegt waren, dass dort Züge bis zu 300 km/h schnell fahren können, die Bahn aber jetzt ICE – Züge in Auftrag gibt, die maximal 259 km/h fahren dürfen. Mit Blick auf eine geplante Nordspessarttrasse würde damit - wenn überhaupt - nur eine minimale Zeitersparnis einhergehen und eine neue Trasse daher keine echten Zeitvorteile bringen.

Februar 2011:
Die Regierung von Unterfranken hat nach intensiver Befassung das Anhörungsverfahren für den Neubau der Schwarzkopftunnel – Umfahrung zwischen Heigenbrücken und Laufach mit der abschließenden Stellungnahme an das Eisenbahn – Bundesamt abgeschlossen und damit die Weichen für den Ausbau der Bahnstrecke Würzburg – Aschaffenburg durch die DB Netz AG gestellt. Was fehlt ist die Finanzierungsvereinbarung. [Main Echo]

Dezember 2010:
Auf dem Kreistag Main – Kinzig wird zum wiederholten Male der Ausbau der Bahnstrecke Hanau – Fulda gefordert, wobei Linken Fraktionschef Andreas Müller einen Ausbau der bestehenden Strecke aus finanziellen und wirtschaftlichen Aspekten bevorzugen würde. Weil der großen Koalition die Schelte auf Prestigeobjekte wie "Stuttgart 21" zu weit ging, legten SPD und CDU einen eigenen Antrag zur Kinzigtalbahn vor, der schließlich auch beschlossen wurde. Von der Linken – Fraktion übernommen wurde ein Passus, wonach der Landkreis das Bundesverkehrsministerium dazu aufforderte, einen Kosten-Nutzenvergleich für den Ausbau entlang der bestehenden Strecke zu ermitteln. Ein im Vergleich zur teuren Nordspessarttrasse besserer Kosten-Nutzenvergleich könnte bereits zu einer höheren Priorität des Ausbauvorhabens führen. [Kinzig-Tal Nachrichten]


31.10.2001:
Termin für die Fertigstellung der "ökologischen Raumempfindlichkeits-Untersuchung" durch Team 4. In Ihrer gemeinsamen vorläufigen Stellungnahme stellen die § 29 er -Naturschutzverbände fest, daß sie unzureichend beteiligt wurden!
Die bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse sind nicht vollständig.Es fehlt bisher eine faunistische Erhbeung für die aufzustellende Raumempfindlichkeitsuntersuchung (REU).Darüber hinaus wurden bisher die Biotop-Kartierung, die Schutzgebietskarte und die REU nicht zusammengeführt und keine Auswertung vorgelegt! Es steht darüber hinaus noch die von der DB-AG und dem Land Hessen zugesagte "Integrierte Schienenverkehrswegeplanung" aus !

In einem Gespräch von Bundestagsabgeordneten aller Parteien aus dem Spessart am 30.8.2000 im Bundesverkehrsministerium in Berlin hat die DB-AG hervorgehoben, daß für ein ganzes Vegetationsjahr eine "Raumempfindlichkeits-Analyse"durchgeführt wird , die ergebnisoffen "konfliktarme Korridore" finden soll ! So könne es sein, daß als Ergebnis nur Trassen-Vorschläge stehen, die aus "finanzieller und technischer Sicht" nicht akzeptabel sind. "Dann wäre eine Nordspessart -Variante tot !" In die bestehende Strecke Ffm-Fulda wird unabhängig von den Überlegungen für neue Trassen zur Effektivierung des bestehenden Schienen-Netzes erheblich investiviert : zusätzl. Überholgleise zw. Hanau und Flieden, Trassenkorrektur bei Neuhof und Tunnel-Neubau und Sanierung am Distelrasen. Diese Gesprächsergebnisse und unsere Bemühungen auf allen Ebenen : Verbände, Kommunen, Kreis, Land und Bund und parteienunabhängig mit allen Fraktionen bekräftigen uns, den Kampf gegen eine ökologisch und ökonomisch unsinnige Nordspessart-Trasse unvermindert fortzuführen !

7.9.2000:
In seinem Antwortschreiben hat Min.Präs. Roland Koch hervorgehoben, daß die DB-AG sich noch nicht auf eine mögliche Trassen-Variante festlegt, sondern in einer "Ökologischen Raumempfindlichkeitsuntersuchung" und "Integrierten Verkehrs- planung für das Kinzigtal" die verschiedenen Optionen klären will, bevor sie sich ent- scheidet.

1.8.2000:
Die DB hat gemeinsam mit dem Land Hessen eine
"Integrierte Planung Main-Kinzig-Fulda"vereinbart und eine Raumempfindlichkeitsuntersuchung in Auftrag gegeben.
(Hoffentlich ist dies nicht nur ein"Türschild-Wechsel"oder"Etiketten-Schwindel"!)

3.7.2000:
Bei der Anhörung wenden sich viele kommunale Vertretungen und Gemeinden aus dem Main-Kinzig-Kreis sowie § 29 er-Landesverbände gegen die Spessart-Trasse und die Mottgersspange und verlangen die Streichung aus dem Landesentwicklungsplan ! Zur Zeit laufen die Planungen für den Ausbau der Bahnstrecke HU-AB-WÜ insbesondere im Bereich Heigenbrücken (Schwarzkopftunnel). Die BI Heigenbrücken, Hain i.Sp. und Laufach mit der Stadt Aschaffenburg befürworten eine großzügigere Tunnellösung und befürchten bei einer kleinen Lösung den Verlust des ICE- und Fernverkehrs und die Herab- stufung als Regionalbahn mit starker Belastung durch zunehmenden Güterzugverkehr !

  • Die Bürgerinitiativen im Spessart kommen überein, gemeinsam in Bayern und Hessen gegen die Planungen der DB-AG vorzugehen !
  • Sollte die NB/AB-Strecke AB - Heigenbrücken - Nantenbach nicht ICE-gerecht ausgebaut werden, konstruiert die DB-AG eine dann zwingende neue ICE-Trasse durch den Nord- Spessart und weitere, erhebliche Belastung der Kinzigtal-Trasse durch zusätzliche ICE ! Alle BI im Spessart plädieren für einen ICE-gerechten Ausbau der vorhandenen Trassen !

"In Heigenbrücken werden die Weichen gestellt für oder gegen eine Nordspessart-Trasse!"

Juni 2000:
Im Entwurf des "Landesentwicklungsplans Hessen 2000" ist die ICE-NB/AB- Strecke HU- FD ( - Erfurt ) mit der Festlegung auf HU - GN - (Mottgersspange)- FD vorzeitig und einseitig auf die Nordspessart-Trasse mit der Mottgersspange fixiert!

9.12.1999:
In der Sitzung des Kreisausschusses für Wirtschaft und Verkehr des Main-Kinzig- Kreises erklärt der Vertreter der DB-AG, die DB-AG plane im Nord-Spessart nur kurze Tunnel und möglichst lange offene Trassen um mit Gesamtkosten unter 2 Milliarden € in den Bundesverkehrswegeplan 2003 aufgenommen zu werden. Die Vertreter der IPS wenden sich mit aller Entschiedenheit gegen "Billigst-Planungen" der DB-AG auf Kosten von Natur und Landschaft und der betroffenen Bevölkerung ! Bei einer ICE-Neubau-Trasse werden die entstehenden Freiräume auf der Kinzigtalstrecke für zunehmenden Güterzug-Verkehr benötigt und damit Anwohner und Pendler stärker belastet wie durch ICE-Züge ! Herbst 1999: Die IPS wendet sich an alle § 29er- und Naturschutz-Verbände im Main-Kinzig- Kreis: Alle Gemeinden und Ortsbeiräte im Spessart lehnen die Planung der DB-AG ab !

12.11.1999:
Gründung der "Initiative Pro Spessart"-IPS - e.V. und Anerkennung als gemeinnütziger, eingetragener Verein.
Alle Gemeinden im Planungsgebiet der Nordspessart-Trasse werden Mitglied der IPS. Kooperative Mitglieder der IPS sind die Stadt Bad Orb, die Gemeinden Jossgrund, Biebergemünd, Sinntal, Obersinn und die Verbandsgemeinde Burgsinn/Ufr. Die Regionalversammlung für Südhessen streicht die Nordspessarttrasse mit der Mottgers- Spange aus dem zur Abstimmung vorliegenden Regionalplan für Südhessen!

6.9.1999 findet in Wächtersbach eine Sitzung des MKK-Kreisverkehrsbeirates statt, in der ein Vertreter der DB-AG erklärt, daß die geplante Neubau-Strecke östlich von Gelnhausen oder westlich von Wächtersbach durch den Spessart mit Anbindung durch die Mottgers-Spange nach Fulda und bei Obersinn nach Würzburg führen soll! Es wird mit beiden Streckenführungen ein erheblicher Umweg und Energie-Mehraufwand auf Dauer gegenüber den bisherigen Trassen entstehen! Bei einem Investitionsaufwand von 2,5 € Milliarden wird nur eine Zeitersparnis von 5 Minuten nach Fulda und 10 Minuten nach Würzburg unter Wegfall des ICE-Haltes Hbf. Aschaffenburg erwartet! Bei Verbesserung und Begradigung der bisherigen Trassen im Kinzigtal und auf der südl.Spessart-Trasse Aschaffenburg/Nantenbach ist ein bedeutend höherer Zeitgewinn zu bewirken ! Die Investitionen für die ICE-Strecke HU - AB - WÜ für die Nantenbach-Kurve(Brücke über den Main), Schönrain-Tunnel und Rohrbach-Anbindung zur ICE-Strecke nach WÜ in Höhe von 171 Mill.DM wären bei Gesamt-Investition von 410 Mill.DM als Fehlplanung in den Sand gesetzt!

18.6.1999
In der Frankfurter Rundschau wird unter der Überschrift "Eine Schneise durch den Spessart" darüber berichtet, daß die DB-AG beabsichtigt, eine ICE-Neubaustrecke zwischen Gelnhausen und Sinntal-Mottgers quer durch den Nord-Spessart zu bauen.

  • Nach der Wiedervereinigung rechnete die DB mit einer stärkeren Zunahme des Ost/West- Schienenverkehrs und damit stärkeren Belastung der Kinzigtalbahn.
  • 1992-94 plante die DB mehrere neue ICE-Trassen durch den südlichen Vogelsberg und mehrere Varianten nördlich und südlich des Kinzigtals!
  • Die vorhandene Kinzigtal-Trasse soll von Hanau bis Gelnhausen viergleisig und bis Wächtersbach dreigleisig ausgebaut werden.
  • Da die erwartete Zunahme des Schienen-Verkehrs ausblieb, die vorliegenden Neubau- Trassen zu teuer waren und sich erheblicher Widerstand in der Bevölkerung regte, wurden die Neubau-Pläne zu den Akten gelegt.

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